Wichtige Information zum Corona-Virus

Die Ausbreitung des Corona-Virus erfordert im Moment in allen Bereichen des täglichen Lebens teils massive Einschränkungen. Leider ist der letzte Weg eines Menschen davon nicht unberührt.
Auch hier gibt es inzwischen strenge Regeln, welche dazu beitragen sollen, eine weitere Ausbreitung des Virus weitestgehend zu verhindern.

Hiermit möchten wir Sie über die wichtigsten Änderungen unserer Arbeitsabläufe und der Kommunen informieren.

AUF DEM FRIEDHOF:
Auf den meisten Friedhöfen ist eine Verabschiedung am offenen Sarg zwischenzeitlich wieder möglich.
Es gibt jedoch noch ein paar wenige, bei welchen das momentan leider noch nicht möglich ist, oder nur, wenn ein negativer Coronatest des Verstorbenen vorliegt.

Außerdem gibt es aktuell immer noch ein paar Ortschaften, in welchen die Trauerhallen/Kirchen noch nicht für Trauerfeiern genutzt werden können. Die meisten Kommunen und Kirchen haben ihre Häuser aber wieder geöffnet, wobei die Anzahl der Sitzplätze häufig stark beschränkt wurde, da die Abstandsregelungen nach den jeweiligen Hygienekonzepten eingehalten werden müssen.
Es steht jeder Familie frei, die Trauerfeiern weiterhin im Freien und direkt am Grab abzuhalten.
Die Trauergäste werden außerdem weiterhin gebeten einen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter zueinander einzuhalten und auf Umarmungen sowie Händeschütteln zu verzichten.
Am Grab selbst steht kein Weihwasser und/oder Erdwurf mehr zur Verfügung.
Sie können sich aber gerne eine Blume oder ein kleines Handsträußchen mitbringen, um diese mit ins Grab zu geben.

Wir wünschen Ihnen weiterhin von Herzen Gesundheit und Gelassenheit. Passen Sie auf sich auf.


Ein Ort der Tüftler und Erfinder

Dettingen

Mit einem Sarg, der komplett aus Naturmaterialien hergestellt wird, haben Uwe Serway und Monika Frischknecht den Innovationspreis gewonnen. Von Anja Weiß

Alle zwei Jahre (früher sogar jährlich) lobt die Handwerkerstiftung der Kreissparkasse Reutlingen Preise für Innovationen aus dem Landkreis aus. Sieger in der Kategorie Sonderpreis für "hervorragende kreative handwerkliche Fähigkeiten" waren in diesem Jahr der Bestatter und Schreinermeister Uwe Serway aus Dettingen und die Korbmachermeisterin Monika Frischknecht aus Neuhausen. Die offizielle Preisverleihung mit Feierlichkeiten fiel Corona zum Opfer. Die Freude der Preisträger über ihren Sieg trübt das jedoch kaum. Sie sind stolz, dass ihre Erfindung vor der Jury Anklang gefunden hat.

Komplett abbaubar
Sie habe schon vor zehn Jahren die Idee dazu gehabt, erzählt Monika Frischknecht, einen Sarg zu bauen, der komplett abbaubar ist und dessen Materialien allesamt aus der Region stammen. Der Schreiner und Bestatter Serway erwies sich als der perfekte Partner für dieses Vorhaben. Gemeinsam haben sie getüftelt und gewerkelt, bis ein Sarg entstanden ist, der aus regionalen Naturmaterialien hergestellt wurde und das ohne Einsatz von Leim und Metallverbindungen. Nicht einmal Lack, Farbe oder ähnliches wurde genutzt, um das Holz zu streichen. "Wir haben es nur mit Bienenwachs behandelt", erzählt Monika Frischknecht. Boden und Oberteil des Sargs sind Eichendielen mit Waldkante, das Zwischenstück hat Monika Frischknecht aus Weiden geflochten. Die Folie, die zum Abdichten dient ist natürlich biologisch abbaubar. Etwas kniffelig war die Befestigung der Weiden, sagt Uwe Serway.
Rund eine Woche Arbeit steckt damit in diesem Protoyp, für den die beiden mit dem Sonderpreis ausgezeichnet worden sind. Allerdings träumt Monika Frischknecht davon, mit ihrer Erfindung in Serienproduktion zu gehen, doch dafür steht noch kein genauer Plan fest. Die weiteren Exemplare dürften schon schneller herzustellen sein, da nun klar ist, wie der Bau funktioniert und es beispielsweise bereits Bohrschablonen gibt, die dann zum Einsatz kommen.
Preisträger aus Dettingen scheinen bei diesem Wettbewerb übrigens keine Seltenheit zu sein. Uwe Serway sind allein in den vergangenen elf Jahren vier eingefallen, wenn auch eine Firma erst seit 2019 in Dettingen ansässig ist. "Wir haben ein unglaubliches Potenzial an kreativen Handwerkern in der Gemeinde", betont Serway, der von einer Ideenschmiede spricht (siehe Infos unten).
So hat beispielsweise Jochen Buck im vergangenen Wettbewerb den zweiten Preis eingeheimst. Eine Weiterentwicklung seiner Erfindung hat dieses Jahr den international ausgelobten "Green product award" gewonnen und ist auch patentiert. Gleichbedeutend mit dem Erfolg in der großen Masse sei dies aber nicht, bedauert der Handwerker. Allein die Patentierung habe drei Jahre gedauert, erzählt Jochen Buck, Inhaber der Schreinerei Objekt B. Und die Stunden, die fürs Tüfteln und Ausprobieren investiert werden, dürfe man gar nicht rechnen, sonst werde das Ganze für die Kunden unerschwinglich.
Spaß aber haben die Erfinder an ihren Innovationen und der Arbeit daran natürlich trotzdem. "Das war schon toll, dass unser Beitrag gleich auf so viel Begeisterung und Interesse gestoßen ist", sagt Uwe Serway. Da darf man gespannt sein, was für weitere handwerkliche Innovationen in den kommenden Jahren in der Ermsgemeinde entwickelt werden.


In guter Gesellschaft: Vier weitere Preisträger aus Dettingen von 2009 bis 2018

2009 belegte die Firma Endox Feinwerktechnik den ersten Platz mit einem Dispenser für medizinische Führungsdrähte, bei dem es sich um eine Kunststoffkassette handelt, die unter anderemeine hygienisch einwandfreie Entnahme von Drähten ermöglicht. Die Firma hatte damals ihren Sitz noch in Bad Urach, seit 2019 sind im Dettinger Gewerbegebiet Vogelsang ansässig.
Ebenfalls im Jahr 2009 ging ein dritter Preis in die Ermsgemeinde: Die Firma Da-Mo-Feinmechanik hatte ein flexibles Schraubkappenwerkzeug für Getränkeflaschen gefertigt und damit die Jury überzeugt.

Im Jahr 2012 gewann ein Instrumentenhersteller mit seiner Erfindung den Sonderpreis: Das Dettinger Musikhaus Beck überzeugte mit dem Flügelhornmodell "Melisma Cuprum Masterpiece". Das Musikinstrument zeichnet sich durch die Verwendung eines Schallstücks aus Kupfer aus, sowie durch einen besonderen durchgehend konisch verlaufenden Stimmzug. Zudem wurde das hochglanzversilberte Horn wegen seiner modernen, innovativen Erscheinung gelobt.

2018 ging der Preis an die Schreinerei "Objekt B" von Jochen Buck, der mit dem CH3 Board eine Sandwichplatte für die Badsanierung entwickelte. Diese Platte hat der Schreinermeister seitdem weiterentwickelt und gewann mit dem Nachfolgemodell im Frühjahr 2020 die internationale Auszeichnung "Green Product Award 2020" in der Kategorie "Start up Bad".